17.000 KM Tesla S70D und vorbei…

Wie im Beitrag Reichweiten im Winter… beschrieben, gab es im Winter doch ab und an das latente Gefühl, bald mit der #Reichweitenangst Bekanntschaft zu machen. So richtig schlimm kam es nie, wir erreichten immer noch rechtzeitig eine Lademöglichkeit. Allerdings war das immer auch mit größeren Einschränkungen verbunden, da uns die Lademöglichkeiten auf unserer Pendelstrecke und beim Arbeitgeber fehlen. In der Praxis bedeuten solche Einschränkungen dann auch mal mit 80km/h (nicht Durchschnitt, sondern Spitze) durch die Nacht und ohne Heizung durch die Kälte aber auch der Umweg zum Supermarkt wurde schon mal gestrichen.

Bei den Lösungsmöglichkeiten gab es mehrere Optionen:

  1. Akku Upgrade auf 75kwh
  2. Umwege sein lassen, langsamer fahren und Heizung aus
  3. Anderes Auto größerer Akku

Gegen 1. sprach vor allem, dass das Laden an der oberen Kapazitätsgrenze ineffizient langsam wird. Das hilft, wenn man es vorher weiß und entsprechend planen kann.

Option 2. ist prinzipiell denkbar und haben wir ja auch entsprechend umgesetzt. Aber wenn man so ein schönes komfortables Auto fährt, ist dieser Kompromiss bestimmt nicht der Idealzustand.

Es blieb also 3.: Ein anderes Auto mit größerem Akku. Im Budget gab es nur ältere gebrauchte Model S, die mehr Kapazität haben. Beim S85 müssten realistisch gerechnet 20-25 km Reichweite drin sein. Außerdem lässt sich am Supercharger, im direkten Vergleich mit dem S70, schneller die gleiche Reichweite in kürzer Zeit laden. Daher haben wir uns nun für ein schwarzes 2015er Model S85 entschieden. Laufleistung knapp 70.000 km und mit vernünftiger Ausstattung inkl. Autopilot, Kaltwetterpaket, High Fidelity Sound, Panoramadach und Luftfederung.

Bei Tesla direkt sind die Preise übrigens deutlich realistischer als im freien Handel. Beim immer wieder genannten Autohaus Müller in Freising, sind beispielsweise die Preise massiv überzogen. Dort bezahlt man im Schnitt 5 – 10.000 Euro mehr als bei Tesla. Und kauft man bei Tesla, bekommt man eine Gebrauchtwagengarantie für die kommenden 80.000 km bzw. vier Jahre ab Kauf, je nachdem was früher eintritt.

Der Kaufprozess ist in der Theorie eigentlich ganz gut gelöst, könnte in der Praxis aber deutlich angenehmer sein. Man sucht sich auf der Tesla Website seinen Favoriten aus und kann diesen dann mit einer Anzahlung von 1.000,- verbindlich bestellen. Das Geld wird allerdings nicht zurückerstattet, wenn man es sich später anders überlegt.

Nachdem man das Auto bestellt hat, kann man den Status im Prozess in MyTesla beobachten und dort sollen auch die Dokumente hinterlegt werden. Und eigentlich sollte sich der „Delivery Specialist“ bei einem melden. Bei mir war das nicht der Fall, obwohl ich direkt nach der Bestellung ein paar Fragen per E-Mail formuliert habe. U.a. warum in der Bestellbestätigung weder Kilometerstand, Vorbesitzer, Erstzulassung und Ausstattung zu finden wären. Nach ein paar Tagen habe ich in der zentrale in Amsterdam zumindest jemanden erreichen können, der dem Auslieferungsspezialisten eine E-Mail schreiben konnte, dass ich noch Fragen hätte. Zu einer Kontaktaufnahme seitens des Spezialisten hat das leider nicht geführt.

Nach vielen Rückfragen haben wir dann immerhin die Übergabe geklärt. Aber die Kaufdokumente sind in MyTesla bei mir bis heute nicht aktualisiert. Nun rück die Übergabe näher und ich muss das Auto bezahlen. Wieviel genau und wohin die Überweisung gehen muss, keine Ahnung. Eine Rechnung gab es nicht. Erst nach weiteren Anrufen wurde eine Rechnung (mit falscher Erstzulassung und sonst wieder ohne Angaben) hochgeladen. Ein weiterer Anruf ergab dann auch noch, dass das Auto aus zweiter Hand ist und auch nicht 1/2015 sonder 12/2014 und auch gar nicht 69.000 sondern 71.900 km gelaufen hat. Unfallfreiheit etc. konnte man jetzt spontan auch nicht zusichern…

Also wenn das Auto sauber und schick ist, ist alles gute gelaufen. Wenn nicht, wäre ich sehr enttäuscht. Alles in allem würde ich die Situation leicht chaotisch bezeichnen.

 

 

 

 

danielm

 

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