Supercharger kostenlos? Bald nicht mehr…

Tesla hat gestern angekündigt, die kostenlose Supercharger-Ladung für neue Bestellung nach dem 1.1.2017 (und Auslieferung vor dem 1.4.2017), nicht mehr anzubieten.

Keine kostenlosen Supercharger mehr?

Keine kostenlosen Supercharger mehr?

Meine erste Reaktion war – gefördert durch die, wie immer etwas einseitig und unreflektiert berichtende, Presse zu dem Thema – „Warum machen die das?“. Droht da nicht ein immenser Imageschaden? Und was bedeutet das für mich und meine Kosten? Letztere Frage lässt sich leicht beantworten, nichts. Denn den Bestand betrifft die Neuregelung nicht. D.h. alle die ihren Tesla bis jetzt, nur deswegen gekauft haben, weil sie umsonst am Supercharger laden können, können das auch weiterhin auskosten. Neukunden müssen hingegen genauer hinschauen.

Der Imageschaden könnte groß sein. Aber dazu sollte man noch einmal hinterfragen, ob das Alleinstellungsmerkmal (oder wie der Marketer sagt der USP) von Tesla wirklich nur auf das kostenlose Laden zu reduzieren ist.

Oder ist dieses Alleinstellungsmerkmal eventuell doch etwas größer? Ist es eigentlich viel mehr die Existenz einer exklusiven Schnelllade-Infrastruktur für Tesla Fahrer. Welcher Hersteller hat noch gleich ähnliches im Angebot? Stimmt, keiner. Für mich klingt also genau das nach Alleinstellung. Und wenn man das Thema also größer und ganzheitlich auffasst, wäre dann die Gefährdung des USPs nicht die Überlastung des Netzes, zugeparkte Stalls und ein zu langsamer Ausbau? Für alle drei Risiken, ist die Abkehr von der Kostenlos-Kultur ein probates Gegengift. Also eigentlich positiv zu bewerten und in der Wahrnehmung wohl weniger schlimm, als schlechte Presse zu einer etwaigen Nichtnutzbarkeit oder Staus am Supercharger. Ich denke kostenpflichtige Supercharger-Nutzung ist bei objektiver Betrachtung, ein denkbar geringer Imageschaden…

Gut. Das sagt die aufgeklärte Vernunft. Als Individuum reagiert man aber selten so, stimmt’s? Man versucht seinen eigenen Nachteil zu finden und daher war…

…meine zweite Reaktion auch die Frage „Was bedeutet das für mich?“. Aber auch hier ist die Antwort weitaus weniger dramatisch als zunächst gedacht. Unabhängig davon, dass mich die Änderung mit meinen Bestands-Tesla gar nicht betreffen werden, wären die Auswirkungen auch so relativ gering. Von meinen 50.000 KM im Jahr, fahre ich mindestens 90% auf Strecken, bei denen ich ausschließlich zu Hause laden kann bzw. muss. Den Rest kann ich evtl. unterwegs am Supercharger laden. Bei den Gesamtkosten ist dieser Teil also eher zu vernachlässigen. Insofern habe ich keine Schmerzen und bin im Gegenteil sogar fast es dankbar dafür, wenn die Supercharger-Infrastruktur auch künftig nicht von Flatrate-Junkies, die nur laden weil es geht oder Dauerparkern belegt wird.

Daher wäre sogar dieses Gedankenspiel denkbar: Wenn nächstes Jahr der Bonus entfällt, könnte es für Langstreckenfahrer eine lohnenswerte Variante sein, sich einen gebrauchten Jahreswagen mit freiem Zugang zum Netzwerk zu beschaffen, ggf. auch mit Aufpreis gegenüber Neufahrzeugen. Mir wäre es recht…

 

 

danielm

 

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