Unterwegs im Elektroauto – Lang- und Kurzstrecke

Ein Thema, dass einem als Elektroautofahrer immer wieder begegnet ist das Aufladen. Grundsätzlich gilt:

  1. Es ist eine Umstellung
  2. Es ist lösbar

Pendeln und Daily Driver auf Kurz- bzw. kürzeren Strecken

Um mal direkt mit den Vorteilen zu beginnen, starte ich damit, wie schön es ist, unterwegs nicht mehr tanken zu müssen. Denn genau das entfällt im täglichen Betrieb bei den üblichen Streckenlängen, die wir so fahren. Das sind am Tag +/- 230 km. Wir kommen selbst bei den jetzigen Temperaturen (ein Stromer verbraucht bei schlechter Witterung mehr. Ein Verbrenner übrigens auch, da merkt man es nicht nur so deutlich) bequem vom Land in die Stadt und zurück. Und es bleibt sogar noch Luft, um auch noch spontane Abstecher oder Umwege zu machen. Bei unserem Profil reicht es, das Auto über Nacht zu laden. Wie ich genau das mache, erzähle ich hier.

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Schnell mal laden…

Clever-Tanken App, das ständige Schielen auf Tankstellen und vergleichen der Benzinpreise? Vorbei! Uhrzeiten beachten, damit man von Aral, OMV und Shell nicht auf brutalste Weise abgezogen wird, weil sie meinen den Preis, beim Wechsel von 19:59 auf 20:00 Uhr um 20 Cent anheben zu müssen? Geschichte. Das fühlt sich gut an. Vorteil Elektroauto.

In unserem Fall Tesla S70D – passen Reichweite und tägliche Strecken wie Faust aufs Auge. Fährt man täglich kürzere Strecken oder kann bei der Arbeit sein Auto laden, lässt sich der Vorteil problemlos auf andere Elektroautos übertragen.

Langstrecken

Fährt man längere Strecken, fängt die Umstellung an. Das Stichwort heisst Planung. Ich muss mir überlegen, wo kann ich unterwegs laden, möglichst im idealen Ladefenster. Denn der Akku lädt immer dann am schnellsten, wenn er relativ leer und nicht zu heiß aber auch nicht kalt ist.

Auch eine Umstellung: Versuche ich beim Verbrenner den Tank – mit dem Risiko Finger, Klamotten und Auto einzusauen – möglichst bis kurz vorm Überlaufen zu füllen, um möglichst weit zu kommen, ist beim Elektroauto das Gegenteil besser. Lade ich den Akku bis zur letzten Ecke voll, dauert das lange und verschleisst den Akku stärker. Wenn man max. 80% lädt ist die Reichweite auch entsprechend geringer, der Zeitaufwand aber wesentlich effizienter.

Also merken: Möglichst voll (auf 100%) aufgeladen starten und unterwegs lieber einmal mehr auf 70-80% laden, als lange warten und auf 100% gehen.

Mit dem Supercharger-Netzwerk von Tesla ist das übrigens sehr komfortabel. Die Ladepunkte sind über Deutschland so verteilt, dass man auch mit der kleinsten Tesla-Batteriekapazität von Charger zu Charger kommt. Das setzt allerdings eine „normale“ sprich schonende Fahrweise voraus. Wenn man den Anspruch hat, mit 230km/h Vertreter zu jagen, wird man an die Grenzen stoßen. In den Skandinavischen Ländern wäre das aufgrund der hohe Charger-Dichte problemlos möglich. Doch die Gesetzgeber haben weltweit vorgesorgt, dass der Fuß nicht zu schwer wird und die Reichweite (aller Autos) zwangsläufig höher ist.

Daran sieht man dass die Langstreckentauglichkeit – neben der Fahrweise – ganz besonders von der Reichweite des Fahrzeuges und der Ladeinfrastruktur abhängt. Hier ist in beiden Fällen Tesla ganz klar im Vorteil. Aktuell höchste Reichweite plus ein funktionierendes Konzept für Ladeninfrastruktur, habe ich bisher bei keinem anderen Hersteller gesehen.

Am Supercharger

Am Supercharger

Fakt ist aber: Auf langen Strecken verliere ich durch das Laden letztendlich Zeit.

Das lässt sich, wenn man mag, auch als Pluspunkt schönreden bewerten. Denn das theoretisch mögliche 1000km am Stück durchheizen im A4 Dieselkombi ist für Aufmerksamkeit und Verkehrssicherheit definitiv nicht gut. Darüber ob man wirklich alle 250km pausieren müsste, lässt sich bestimmt streiten. In Kombination mit der Ersparnis für die gesparte Tankfüllung, der Entspannung und der netten Gespräche am Parkplatz, ist es für mich aber vollkommen in Ordnung.

 

 

 

danielm

 

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